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16
Mrz

Zahlungsmoral deutscher Konsumenten

Zahlungsmoral deutscher Konsumenten

Zahlungsmoral erreicht neuen Tiefpunkt
1,67 Mio. Konsumenten in der Schuldenfalle

Trotz anhaltender Konsumflaute und zugeknöpfter Portemonnaies stecken deutsche Konsumenten tiefer denn je in der Schuldenfalle. Um 17,2 % auf mehr als 1,67 Mio. stieg die Zahl der gegen private Schuldner wegen offener Forderungen erlassenen gerichtlichen Zwangsmaßnahmen in 2003 gegenüber dem Vorjahr. Dies ergibt sich aus einer seit 1996 durchgeführten Studie zur Zahlungsmoral deutscher Konsumenten. Seit der ersten Erhebung wurde damit ein Anwachsen der stark verschuldeten Privatpersonen um 63,7% registriert. Während des Zeitraums 1996 bis 2003 gab es lediglich in den Boomjahren des Konsums 1999 und 2000 leichte Rückgänge. Seit 2001 zieht sich die Schuldenspirale immer fester an.

Eidesstattliche Versicherungen überspringen Millionengrenze
Insbesondere die Zahl der gegen Privatpersonen durch Gerichtsvollzieher vollstreckten Eidesstattlichen Versicherung (EV) übersprang erstmals die Millionengrenze. Mit einer Steigerung um 16,6 % auf 1,042 Mio. Fälle wurde hier 2003 ein neuer Rekord erreicht. Seit 1996 (505.231 Fälle) ergibt sich insgesamt eine Verdoppelung dieser Maßnahmen zur Eintreibung offener Forderungen.

Jede dritte EV endete 2003 vor dem Kadi
Auch die Zahl der Haftanordnungen gegen Privatpersonen stieg 2003 um 11,7 % auf 526.748 Fälle. Damit endete im vergangenen Jahr jede dritte EV vor Gericht oder musste mittels Beugehaft durchgesetzt werden. Nach starken Rückgängen in 1999 und 2000 wurde damit die hohe Zahl der Haftanordnungen von 1996 fast wieder erreicht. Die beabsichtigte Wirkung der seit 1999 geltenden Zwangsvollstreckungsregelung, wonach die EV durch den Gerichtsvollzieher durchgeführt wird, zeigte nur in den Jahren 1999 und 2000 Wirkung. Seit 2001 steigt die Zahl der Haftanordnungen wieder kontinuierlich an.

Anhaltender Boom bei Privatinsolvenzen
Mehr als 60.000 Privatpersonen und Kleingewerbe mussten 2003 Antrag auf Insolvenz stellen. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies erneut einen Anstieg um 45 %. Obwohl sich die Steigerung gegenüber 2002 (126 %) deutlich verlangsamte, ist ein Ende der Bergfahrt nicht in Sicht. Vor allem die prognostizierte Pleitewelle im Einzelhandel, von der viele Kleingewerbetreibende betroffen sein werden, wird die Entwicklung weiter ankurbeln.

Schutz vor kalkulierbaren Risiken und Zahlungsausfällen
Das Unternehmen p_w online services GmbH in Aschheim will mittels einem völlig neuartigen innovativen Onlinedienst im Internet Händlern und Verbrauchern die Auskunft über die Kreditwürdigkeit bei Ratenzahlung oder Rechnungskauf ihrer Kunden und Geschäftspartner erleichtern. Ab sofort können Verbraucherdaten sicher im Internet über www.bonitaetfinder.de abgerufen werden, kündigte Herr Johannes Schuhmacher in Aschheim an. Bisher bei Mitbewerbern teure schriftlich oder telefonisch abgefragte Verbraucherdaten können ab jetzt sofort online für nur 4,70 Euro abgerufen werden. Im Internet soll diese Gebühr für einen längeren Zeitraum gelten.

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